Paradies³

„One more bucket“ rief Paul dem Barkeaper, in der hippsten bar sihanoukville, zu. Aus den Lautsprechern dröhnte abwechselnd Rihanna und David Guttea. Einen DJ gab es in dem Sinne nicht , im jay-jay’s wurde im Laufe des Abends eine Playlist gestartet und diese lief dann den ganzen Abend durch. Ben unterhielt sich daneben gerade mit zwei Engländerinnen, die Paul und er seit ein paar Tagen immer wieder in den Bars des Oertchen traffen. Die heute begegnung war wie die letzten einfach nur Zufall. Eine von ihnen, die sie sie nur die „Nase“ nannten erzählte gerade etwas von ihrem letzten Boadtrip. Sie war klein, Halbitalienerin, hatte lockiges schwarzes Haar und natürlich sonst hätte sie diesen Spitznamen nicht, eine riesige Nase. Jeder zweiter Satz bei ihren Geschichten endetet mit „fucking hot“ oder „fucking awasome“. Sie arbeitet hier schon seit 8 Monaten als englisch Lehrer und ist jeden Tag in den Bars des Strandortes unterwegs. Ihre Freundin „Rose“ war eine wahre Schönheit. Sanfte Züge, braune locken und leuchtende grüne Augen. Mit ihrem Charakter und ihrem Humor bekleckert sie sich aber nicht mit Ruhm. Sie schien gelangweilt und war gegensatz zu ihrer Freundin auch nicht in Partylaune. Auch sie war Lehrerin, aber in der Hauptstadt Kambodschas, in Phnom Penh und machte hier gerade Urlaub. Ben erfuhr von Nase das die anderen Freundinnen heute eine Auszeit nahmen und sie daher nur zu zweit unterwegs waren. Plötzlich stopte die Musik, es wurde kurz wild durcheinander geschriehen und dann tauchten sieben Poliziesten auf. Die Stimmung war Augenblicklich dahin und nach dem Paul seinen Whisky Coke Bucket geleert hatte verliesen die vier jayjay’s, so wie viele andere auch. Sie folgten der unfertigen Hauptstraße in den Ort und entschieden sich noch ins Utopia zu schauen. „Rose“ verabschiedet sich davor und so ging es zu dritt in die nächste bar. „fucking Hot“ schrie Nase und schon sprang sie in den Pool in der Mitte der Gartenanlage. Paul und Ben folgten, das Wasser war milchig und roch eklige. Aber was sollte man auch erwarten von einem bar-pool. Eine Mischung aus Chlor, Alkohol, Kotze und wahrscheinlich anderen Körperflüssigkeiten.

Das war nun 4 Stunden zuvor, der wecker riss Brad, Paul und ben unsanft in aller herrgottesfrühe aus dem Schlaf. In wenigen Minuten kam ein Pickup service, die drei hatten sich am Tag zuvor ein Boad Ticket für Ko Rong Island besorgt. Brad der nicht beim feiern war schien ähnlich fertig zu sein wie Paul und Ben. Mit einem Tuk Tuk ging es bewaffnet mit ein paar Strandklamotten zum Hafen. Nun kann man es überhaupt Hafen nennen? Es ist mehr ein Slum mit Häusern die auf Stelzen ins Wasser ragen. Die Menschen die hier leben sind Fischer oder haben ein kleines Boot und fahren Touristen zu den Inseln. Sie schlafen in Hengematte oder einfach auf Holzplanken. jeglicher Komfort ist hier fremd. Mit am Board der kleinen Fähre war ein chinesisches Pärchen. Ben und Paul stellten direkt fest das sie wohl eine echte Perle sei und in China wohl selten so huebsche Kinder hervorbringt . Die knapp drei stündige Überfahrt war nicht so ruhig wie sich das wohl die fünf Touristen gewünscht hätten. Zweimal musste das Boot ein starkes Gewitter durchqueren. Der Seegang war rau und von allen Seite preschte das Wasser in das Schiff. Alle Passagiere zogen sich in die Kapitänskahüte zurück und wartet den Sturm ab. Als die Insel in Sicht kam klarte der Himmel auch wieder auf und so schliefen die 3 Freunde noch auf den Bänken im vorderen Teil des Bootes. Näher an  der Insel kam die ganze Schönheit in Sicht. Weißer kilometerlanger Sandstrand, grün-blaues klares Wasser und im Hintergrund unberührte bewaldete Hügel. Adler kreisen um die Insel und versuchen Fische zu fangen. Die Fähre legte am Steg an und die Gruppe stieg aus. Die Freunde erfuhren von den Mitarbeiten das gerade nur 4 Gäste Bungallows gemietet haben und das außer einem kleinen Khemer-Fischerort mit unter 100 Bewohnern nichts auf dieser Seite der Insel ist. Das ist wohl ein Ort den man als Paradies bezeichnet.

Ein Gedanke zu „Paradies³“

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